Wanderstock Kaufberatung

Warum brauche ich überhaupt Wanderstöcke?

Wanderer, die mit Wanderstöcken – häufig auch Trekkingstöcke genannt – in den Bergen unterwegs sind, wurden noch vor einigen Jahren oft belächelt. Heute sind die praktischen Stöcke aus den Bergen nicht mehr wegzudenken und werden auch bei jüngeren Outdoor-Fans immer beliebter. Wer einmal erkannt hat, dass Wanderstöcke sowohl den Aufstieg als auch den Abstieg deutlich erleichtern und eine sinnvolle Unterstützung sind, wenn es über unwegsames Gelände geht, wird seine Bergabenteuer nicht mehr ohne Wanderstöcke bestreiten wollen.

Tatsächlich ist es erwiesen, dass Stöcke in fest jeder Situation am Berg Vorteile mit sich bringen und den Wanderer unterstützen:

Bergauf fördern Wanderstöcke den aufrechten Gang, besonders wenn Du mit einem schweren Rucksack unterwegs bist. So werden Verspannungen und Rückenschmerzen minimiert und die Atmung erleichtert.
Außerdem schenken sie Dir Kraft, da Du der Schwerkraft beim Bergaufgehen mit einem zusätzlichen Schub aus den Armen entgegenwirken kannst. Auch wenn Du den Gipfel immer noch mit Deinen eigenen Beinen erklimmen musst, wird Dir der Aufstieg mit Wanderstöcken sicherlich ein bisschen leichter fallen.

Wenn es wieder bergab geht, sorgen Wanderstöcke für eine spürbare Entlastung der Knie. Wanderstöcke reduzieren die Belastung auf Knorpel, Bänder und Sehnen um ein Vielfaches und tragen so zum Schutz vor Überlastung und Entzündungen bei. Ein weiterer Nutzen vom Wandern mit Stöcken ist die Erhöhung der Trittsicherheit, vor allem wenn es auf unebenem Untergrund bergab geht. Bei Ausrutschern oder einem Wegrutschen Deines Fußes bewahren Dich Stöcke dank der zusätzlichen Abstützmöglichkeit oft vor Stürzen.

Unser Wanderstock-Berater soll Dich über die grundlegenden Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Stock-Varianten informieren und Dir dabei helfen, den richtigen Stock für Deine Ansprüche und Bedürfnisse zu finden.

Was ist besser: Carbon oder Aluminium?

Wenn Du Dich aufgrund der offensichtlichen Vorteile dazu entschieden hast, Wanderstöcke zu Deinen treuen Begleitern in den Bergen zu machen, stellt sich als erstes die Frage, welches Material das beste für Dich ist. Heute bestehen Wanderstöcke nicht mehr - wie noch zu Großvaters Zeiten - aus Holz, sondern aus besonders leichten High-Tech Materialien.

Der Klassiker, der bei den meisten Wanderstöcken zum Einsatz kommt, ist Aluminium. Stöcke aus Aluminium sind nicht nur deutlich preisgünstiger als Stöcke aus Carbon, sondern auch stabiler und widerstandsfähiger. Dafür haben sie ein höheres Eigengewicht als die wesentlich leichteren Wanderstöcke aus Carbon.
 

Carbonstöcke sind besonders bei Vielwanderern beliebt. Die sehr leichte Faser aus kohlenverstärktem Kunststoff dämpft die Vibrationen beim Gehen und leitet diese nicht an Deine Hand weiter – wie es bei Aluminiumstöcken ohne Dämpfung oft der Fall ist. Dies kann längere Touren deutlich angenehmer machen. Ein Nachteil von Carbon ist, dass es anfälliger für Stöße und Schläge ist. Bei minimalen Rissen kann das Material unvermittelt brechen. Ein Aluminiumstock dagegen, verbiegt sich zwar leichter, bricht aber in der Regel nicht.

Inzwischen gibt es bereits einige Wanderstöcke bei denen Aluminium und Carbon kombiniert werden um die Vorteile beider Materialien zu nutzen.

Lieber einen Falt- oder Teleskopstock?

Die meisten Wanderstöcke, die Du im Handel finden wirst, sind klassische Teleskopstöcke. Diese bestehen aus drei Rohren, die zum Transport einfach in einander geschoben werden können. Für den Gebrauch werden Sie auseinandergezogen und dann in der richtigen Länge fixiert. Das funktioniert je nach Stock entweder mit innen- oder außenliegenden Klemmungen. 

Innenklemmungen vermeiden, dass man beim Wandern an den Klemmen hängen bleibt. Zum Einstellen muss allerdings jedes Segment ausgezogen und gegen ein anderes verschraubt werden. Außenliegende Klemmen sind zwar meistens etwas schwerer als innenliegende, dafür aber wesentlich schneller zu bedienen. Um die Stocklänge zu ändern, stellst Du den praktischen Hebel einfach in die Auf-Stellung und verschiebst die Rohre in die für Dich passende Position. Damit die einzelnen Rohre bei stärkerer Belastung nicht ineinander rutschen, muss die Klemmkraft vorab mithilfe einer Stellschraube eingestellt werden.

Die modernen Faltstöcke erinnern an eine Lawinensonde. Hier sind die einzelnen Stockelemente mit einem innenliegenden Kabel verbunden und werden nach dem Zusammenstecken z.B. mit einem Druckknopf festgestellt. Da die Außenklemmen oder Schrauben bei Faltstöcken wegfallen, sind diese deutlich leichter als Teleskopstöcke. Außerdem haben sie ein viel kleineres Packmaß und lassen sich somit besonders einfach in Deinem Trekkingrucksack verstauen, wenn Du die Stöcke gerade nicht brauchst. Ein Nachteil von Faltstöcken ist allerdings, dass die mögliche Größenanpassung oft nur bei plusminus zehn Zentimetern liegt, während Teleskopstöcke oft um mehr als 60 Zentimeter verstellt werden können. Wenn Deine Stöcke also von verschieden großen Personen genutzt werden, solltest Du eher auf Teleskopstöcke zurückgreifen.

Welcher Griff soll es sein?

Als würden die Fragen nach Material und Falttechnik nicht schon reichen, hast Du auch beim Material die Qual der Wahl.

Da Du Deine Wanderstöcke oft über mehrere Stunden in der Hand hältst, ist das Griffmaterial für Deinen Trekking-Komfort nicht ganz unwichtig. Sehr günstige Stöcke haben oft reine Plastikgriffe, was ein Nachteil sein kann, wenn Du schnell schwitzt. Denn schwitzige Hände und Plastikgriffe führen leider oft zu Blasen an den Händen. Besser sind ergonomisch geformte Griffe aus EVA-Schaum oder Kork. Diese nehmen den Schweiß auf und verhindern, dass es zu unangenehmer Reibung kommt. Vielwanderer bevorzugen oft die Kork-Variante, weil Kork-Griffe besonders angenehm in der Hand liegen und bei anstrengenden Bergtouren am schnellsten wieder trocknen.

Heutzutage haben die meisten Stöcke einen nach unten verlängerten Griffbereich unter der Schlaufe. Dieser kommt zum Einsatz, wenn Du den Stock spontan kürzer halten musst und ihn nicht extra verstellen möchtest, z.B. wenn Du steile Hänge überquerst.

Auch die Schlaufe selbst ist ein wichtiger Teil Deines Wanderstocks. Sie sorgt nicht nur dafür, dass Du den Stock sicher in der Hand hältst und nicht verlierst, sondern verbessert auch die Kraftübertragung. Bei richtiger Haltung wird ein Großteil der Belastung auf den Handballen abgeleitet – ein Vorteil, der gerade bei längeren Wanderungen nicht zu unterschätzen ist.

Und was brauche ich noch?

Bei den meisten im Handel erhältlichen Modellen sind verschiedene Teller oder Aufsätze für die Spitzen Deiner Stöcke praktischerweise gleich dabei.  Diese brauchst Du zum Beispiel, wenn Du im Schnee unterwegs bist oder mal länger auf asphaltierten Wegen läufst. Die Aufsätze lassen sich in der Regel mit wenigen Handgriffen auch unterwegs ganz einfach austauschen.

Bei Gletscherüberquerungen oder Wintertouren empfehlen wir Dir breitere Teller (9-11cm). Diese bieten auch bei schwierigen Wetterbedingungen guten Halt und erleichtern das Vorankommen im Schnee. In felsigen Gebieten solltest Du dagegen eher auf die schmaleren Teller (5-8cm) zurückgreifen, weil breite Teller leicht in Felsspalten hängen bleiben. Auch die schmalen Teller vermeiden ein Einsinken auf weichem Boden.

Wenn Du mal länger auf Asphalt läufst, ist es sinnvoll die Spitzen mit Gummipuffern zum Aufstecken zu versehen. Die Puffer schützen die Spitzen nicht nur vor Abnutzung, sondern minimieren auch das lästige Klackern der Metallspitzen auf Stein oder Asphalt.

Mit diesen drei verschiedenen Aufsätzen bist Du perfekt für Deine Bergtouren auf verschiedenen Untergründen gerüstet.

Wie stelle ich meine Stöcke richtig ein?

Zum Einstellen der richtigen Länge gibt es eine ganz einfach Faustformel: Wenn der Wanderstock (auf gerader Ebene) senkrecht vor Deinem Fuß steht und die Hand den Griff umfasst, sollten Ober- und Unterarm in einem 90-Grad-Winkel zueinander stehen.

Beim Bergaufgehen kannst Du die Stöcke fünf bis zehn Zentimeter kürzen und beim Abstieg fünf bis zehn Zentimeter verlängern.

Wanderstöcke bei Sport Bittl

Fazit: Für jeden Bergwanderer gibt es den richtigen Wanderstock.

Bei der Auswahl Deines neuen Wanderstocks gibt es also drei Faktoren zu beachten:

  • Soll Dein Stock aus Carbon oder Aluminium sein?
  • Möchtest Du lieber einen stabileren Teleskopstock oder einen besonders leichten Faltstock? 
  • Welches Griff-Material ist das richtige für Dich?

Mithilfe unserer Tipps zu den verschiedenen Materialien und Technologien sind diese Fragen jetzt hoffentlich einfach zu beantworten. Entscheidend dafür ist, dass Du dir bewusst machst, wofür Du die Stöcke hauptsächlich nutzen möchtest und welche Touren Du mit ihnen unternimmst. Je nach Zielsetzung kannst Du entscheiden, ob Gewicht, Stabilität oder doch der Preis für Dich die entscheidende Rolle bei Deiner Kaufentscheidung spielen.

Wenn Du eine individuelle Beratung wünscht oder weitere Fragen zu diesem Thema hast, beraten wir Dich gerne in unseren Filialen. Unser fachkundiges Personal freut sich darauf, Dir weitere Tipps zu geben!